Die Arbeit der "Good Shepherd Sisters" auf Sri Lanka

Auf Sri Lanka existieren 64 Einrichtungen der Good Shepherd Sisters mit unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkten:

• Rehabilitationszentren z.B. St. Euphrasia’s Girls Home

• Crises Intervention Centers (Frauenhäuser)

Klienten sind Mädchen und Frauen, welche sich in sozialen und familiären Konfliktlagen befinden wie beispielsweise Opfer familiärer Gewalt. Die Krisenzentren gewähren ihnen häuslichen Schutz für einen Zeitraum von 3- 6 Monaten. Innerhalb dieser Zeit nehmen die Klientinnen an problemlösenden und zukunftsorientierten Beratungen sowie therapeutischen Angeboten teil. In besonderen Fällen, wenn z.B. das Leben einer Klientin bedroht ist, kann der Aufenthaltszeitraum verlängert werden.

Diese Arbeit basiert auf spirituell-christlichen Motiven. Zielsetzung ist die Befähigung zur Wiederaufnahme einer geregelten Lebenssituation und die Wegbereitung zu einer Aussöhnung mit der Familie. Bei Bedarf hat die Klientin die Möglichkeit weiterführende Hilfsangebote anderer Institutionen der Good Shepherd Sisters in Anspruch zu nehmen.
• Homes for the aged (Altenheime) z.B. in Wattala

In den Einrichtungen für Seniorinnen versuchen die Schwestern für die Bewohnerinnen Grundlebensbedürfnisse wie einen festen Wohnsitz, Kleidung, Nahrung und Gesundheit sicher zu stellen. Die Klientinnen haben in den meisten Fällen keinerlei Familienangehörige mehr. Die Versorgung der älteren Generation wird auf Sri Lanka normalerweise von der Familie getragen. In vielen Fällen sind die Seniorinnen vom Lebensbeginn an als Waisen in Einrichtungen der Schwestern aufgewachsen. Im Alter bitten sie dann erneut um Obhut bzw. einige haben ihr ganzes Leben lang in Projekten der Schwestern ihren Lebensunterhalt verdient.

Ihr Zusammenleben ist auf Gemeinschaft und, so weit möglich, auf Eigenverantwortlichkeit in einer Art Wohngemeinschaft ausgelegt. Sie nächtigen in Schlafsälen, kochen eigenständig und essen gemeinsam. Ihre Hauptbeschäftigung liegt in der Anfertigung von Handarbeiten. Sie bereiten die Arbeiten für eine Landesweit gefeierte Altenwoche vom 1. bis zum 7. Oktober vor. Außenstehende besuchen die Seniorinnen um ihnen einerseits ihren bestehenden Wert innerhalb der Gesellschaftsstruktur zu signalisieren und andererseits ihre Handarbeiten zu erwerben. Exkursionen wie beispielsweise Zoobesuche, werden je nach finanzieller Möglichkeit organisiert, ebenso erhalten die Frauen ein Taschengeld. 
• Incomgenerate Programms: Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen

Die Ordensschwestern geben arbeitslosen Mädchen und Frauen die Möglichkeit in speziellen Arbeitsprojekten Geld für ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Viele von ihnen könnten auf Grund körperlicher und psychischer Beeinträchtigungen nicht in das normale Arbeitsleben einsteigen. Auch Mädchen und junge Frauen aus den Rehabilitationszentren und Waisenhäusern finden auf solche Weise eine Angliederung an den Arbeitsmarkt.

Eines dieser Projekte ist eine Werkstatt für Handarbeiten in Wattala mit Namen “Barefood“, wo Stoffe hergestellt werden. Diese werden als Rohmaterial verkauft oder sofort zu Tischdecken – und sets, Taschen und Kleidungsstücken verarbeitet und in Colombo vertrieben. Im Rahmen eines Kartenherstellungs- projekts fertigen junge Erwachsene Stickereien für Grußarten an. Diese werden meist ins Ausland verkauft.

Die Schwestern fungieren auch als Existenzgründerinnen. Sie vergeben Mikrokredite an Frauen mit Familien. So schaffen sie den Frauen eine Möglichkeit ein eigenes Gewerbe von zu Hause aus zu führen und sich Arbeitsmaterialien für die kleine Firmengründung anzuschaffen z.B. im handwerklichen oder Kochbereich. Wenn die Frauen gute Einnahmen verzeichnen können, zahlen sie den Kredit in kleinen Raten Zinsenfrei ab. Da die Frauen sich im Geschäftsleben oft nicht auskennen fungieren die Schwestern auch als Vermittlerinnen und helfen den Frauen ihre Waren auf dem Arbeitsmarkt zu etablieren und „an den Mann zu bringen“.
• Orphanages (Waisenhäuser) z.B. St. Johns Class in Wattala

In den Waisenhäusern leben Voll- und Halbwaisen im Alter bis zu 18 Jahren. Sie leben dort in größeren Wohngemeinschaften zusammen und organisieren ihr tägliches Leben unter der Aufsicht einiger Schwestern eigenverantwortlich und selbständig, so kochen sie z.B. auch selbst. Von den Häusern aus gehen sie zur Schule. Bei Bedarf erhalten sie therapeutische Hilfen.

• Home for Working Girls z.b. the “Villa” in Wattala

Zwei Einrichtungen dieser Art existieren auf Sri Lanka: Eine Institution befindet sich im Provinzialat in Wattala. Frauen im Alter ab 18 aufwärts leben in diesem Haus in einer Wohngemeinschaft zusammen. Sie haben keine Familienangehörigen, viele lebten zuvor als Waisen in den Einrichtungen der Schwestern. Einige von ihnen gehen normal arbeiten, andere haben schwerwiegende psychische Probleme und finden in Arbeitsprojekten der Schwestern Angliederung an das Arbeitsleben. Die Frauen erhalten auch therapeutische Hilfe. Die Schwestern arrangieren für die Frauen eine Heirat, wenn sie möchten. Im Rahmen dessen prüfen sie die Partner, führen Hausbesuche durch und geben dem Paar die Möglichkeit sich auf dem Gelände der Konvente kennen zulernen. Eine andere Institution dieser Art befindet sich in Negombo, wo die Schwestern Arbeiterinnen der „Free Trade Zone“ betreuen, eine Art Industrieviertel, wo Frauen aus ganz Sri Lanka in Fabriken arbeiten.
• Unwed Mothers Sections (Häuser für schwangere unverheiratete Mädchen) z.B. St. John Eudes Home in Wattala

Die Klientinnen dieser Institutionen sind ungewollt schwanger geworden, oft durch sexuellen Missbrauch und nicht verheiratet. Sie werden medizinisch begleitet und gebären hier ihre Kinder in der Einrichtung. Die Mütter entscheiden selbst über ihre Zukunft und die des Kindes. Im Falle einer Adoptionsfreigabe für ein Kind, unterstützen die Schwestern einen legalen Prozess. Oft werden Wartelisten geführt, da die Adoptionsanwärter sehr zahlreich sind. Bei Adoptionen haben einheimische Ehepaare Vorrang.

Die Auswahl des Babys basiert auf einer alten Tradition: Das Horoskop des Kindes wird erstellt und überprüft ob es mit dem der Eltern übereinstimmt. Die Eltern werden von einem Beamten des „Department of Probation and Child Care Services“ zum Adoptionsgespräch gebeten, ebenso nimmt die leibliche Mutter daran Teil. Auf diese Weise werden die exakten Daten aufgenommen und das Paar auf Geeignetheit überprüft, wird diese bestätigt, werden bei Gericht die letzten Formalien bearbeitet. Gerade die finanzielle Lage der Familie ist entscheidend, da dem Kind gerade auf schulischer Ebene eine erfolgreiche Laufbahn zu Grunde gelegt werden soll.

Die Babys, die von Einheimischen abgelehnt werden, kommen zur Adoptionsfreigabe an ausländische Paare. Diese müssen sich ausführlich per Schreiben und durch Fotos vorstellen und ihre Adoptionsgeeignetheit durch die Darlegung der persönlichen Daten sowie den Gegebenheiten des Landes in dem sie Leben. Im Department werden sie registriert. Im Falle einer Adoptionsbestätigung für ein bestimmtes Kind reisen sie nach Sri Lanka, um sich vorzustellen, ein Adoptionsgespräch zu führen und ihre Geeignetheit persönlich darzulegen. Auch n diesem Falle werden die nötigen Formalien abschließend bei Gericht bearbeitet.

Durch therapeutische Hilfen, christlich- spirituelle und meditative Angebote sowie die Ausbildung von Fähigkeiten wie handwerkliche Arbeiten (Sticken, Nähen, Stricken) Kochen, Gartenarbeit und die Organisation der Finanzen sollen die jungen leiblichen Mütter im Geburtshaus auf ein eigenständiges, gefestigtes Leben vorbereitet werden. Sind sie innerlich für einen neuen Lebensabschnitt bereit, kehren sie meist zu ihrer Familien zurück oder erhalten die Möglichkeit in geeigneten Institutionen der Schwestern zu leben. Wichtige Ziele sind die Wegbereitung zur Aussöhnung mit der Familie, nach Möglichkeit ein Heiratsarrangement mit dem Vater des Kindes, wenn er Verantwortungsträger sein kann bzw. ihn in die finanzielle Verantwortung für Mutter und Kind zu nehmen.
• Nurseries (Kindertagesstätten, oft Kitas basierend auf der Montessoripädagogik)

• Schulen, sowohl in staatlicher als auch kirchlicher Trägerschaft z.B. Good Shepherd Girls School in Wattala

In Wattala befindet sich das Provinzialat der Ordensschwestern. Von diesem Hauptstandpunkt aus wird die gesamte Arbeit auf Sri Lanka koordiniert. Pakistan gehört ebenfalls zu der Provinz der Schwestern. Die Schwestern führen in Wattala Einrichtungen auf dem gesamten Areal.